Tagesgeld Realzins
Beträgt die Inflationsrate null Prozent, entspricht die reelle Wertsteigerung des Kapitals etwa der von Banken angegebenen Verzinsung (Nominalzins). Liegt die Inflationsrate über dem Nominalzins, ergibt sich ein negativer Realzins. Einfluss auf den Realzins und Realzinssätze bei Finanzprodukten hat durch ihre Geldpolitik die Europäische Zentralbank (EZB). Die Höhe des Realzinses kann durch restriktive oder expansive Geldpolitik gesteuert werden kann. Durch Erhöhung oder Senkung der Leitzinsen erhöht sich der Realzins. Die Geldpolitik und die Art, wie der Realzins gesteuert wird, richtet sich nach der Wirtschaftslage. Sind die Preise stabil, entspricht der Nominalzinssatz dem Realzinssatz. Die EZB nimmt durch ihren Einfluss auf den Leitzins Einfluss auf den Realzins und damit auf das Preisniveau. Für die gesamte Eurozone können Realzins und Preisstabilität beeinflusst werden.
Sind Inflationsrate und Nominalzins gleich hoch, beträgt der Realzins Null. Bei Preisschwankungen variiert letztlich auch der Realzinssatz von Geldanlageprodukten entsprechend. Eine Anpassung des Leitzinses wirkt starken Schwankungen von Zinsen, Realzinssätzen und Preisen entgegen. Der Realzinssatz ergibt sich aus dem Nominalzinssatz abzüglich Inflationsrate. Entspricht die Inflationsrate dem Nominalzins, beträgt der Realzinssatz Null.
Eine sehr geringe Inflationsrate und damit ein hoher Realzins in Anbetracht des Nominalsatzes kann durch ein attraktives Tagesgeldprodukt ausgeschöpt werden. Ein Vergleich der Zinssätze verschiedener Tagesgeldprodukte ist selbstverständlich sinnvoll, auch wenn diese nicht den Realzinssätzen gleichzusetzen sind. Das heißt, selbst bei geringem Zinsniveau bei Tagesgeldprodukten kann dennoch mit guten Renditen bei geringer oder bei Null liegender Inflationsrate gerechnet werden.
